Archiv der Kategorie 'Umsonst & Draußen'

antinationales Kassel

Ordnungsamt verbietet Israel-Fahnen am Infotisch
17.03.10

Kassel (ms) – Das Bündnis gegen Antisemitismus Kassel (BgA) will am kommenden Samstag in der Königsstraße über seine Sichtweise auf den Konflikt um Israel und Palästina informieren. An dem dafür angemeldeten Info-Tisch dürfen nach Maßgabe das Ordnungsamtes aber keine Fahnen gezeigt werden. „Fahnen sind nicht erlaubt!“, heißt es in dem Schriftsatz der Stadt, der Nordhessische.de vorliegt.

Quelle: Nordhessische.de

Und hier ne kleine Vorgeschichte: http://www.hagalil.com/archiv/2009/01/22/kassel/

f*ck banksy

!oz rulez the world!

Von Scheinbesetzungen und anderen Irrtümern

Ich hasse ich dieses Besetzer-Theater an der Uni: Im Rahmen dieses sich fast jährlich wiederholenden Schauspiels wird ein Raum oder gar ein Trakt einer beliebigen Universität besetzt. In fast allen Fällen wird dem ursprünglichen Nutzern dieses Raumes weder der Zugang noch die Nutzung des Raumes verwehrt. Was die gesamte Besetzung in etwa so sinnvoll macht, wie ein Glas Wasser in den Regen zu stellen. Denn so kann der Unipräsident im „besetzten“ Präsidium weiter sein Büro benutzen, und von dort weiter an der Verteidigung seiner Politik arbeiten. Besetzte Seminarräume und Hörsäle werden extra für die vorgesehenen Veranstaltungen wieder frei gegeben. So tragen die Proteste etwas zum Lokalkolorit der jeweiligen Universitätsstadt bei, eine weitergehende Wirkung bleibt jedoch ausgeschlossen. Das stellen dann häufig auch die Besetzer in den jeweiligen Räumen fest. Nachdem diese also angemalt sind und verschiedene Partys gefeiert wurden, stellt sich häufig die Frage des wie weiter? In den ambitionierten Projekten gibt es dann eine OpenUni oder ähnliches. Viele Besetzungen werden nach Ende ihrer subkulturellen Halbwertszeit einfach aufgegeben. Spätestens wenn die Polizei klopft ist eh Schicht im Schacht, wirklich etwas riskieren möchte kaum einer, schon gar keine Anzeige. Anders als die Bewegung um 1968, auf die man sich häufig positiv bezieht, welche die juristische Auseinandersetzung explizit suchte und damit die Studentenschaft zum Teil extrem polarisierte, will der Bildungsstreik eben jene um jeden Preis vermeiden. Und mit ihr auch jede Form der Polarisierung der heutigen Studenten, und damit expliziten Politisierung ihres angeblichen Subjektes. Die aktiven Studierenden sollen bitte um keinen Preis belästigt werden denn, so eine häufig gehörte Erklärung, man brauche doch ihre Solidarität um mit dem gemeinsamen Anliegen erfolgreich zu sein. Dies führt zu solch grotesken Verrenkungen wie den erwähnten Scheinbesetzungen. Das einzige gemeinsame Anliegen was den politisch aktiven Studenten mit dem aktiven studierenden Studenten teilt, dem er so freundlich alle Türen aufhält, ist leider nur das einer möglichst lohnenswerten Karriere. So wird es also auch nie dazu kommen, dass die Solidarität der Mehrheit jemals eingefordert werden muss, da ihr ja jegliche Möglichkeit zur Polarisierung so konsequent erspart wird. Und somit wird der „breitest mögliche Konsens“ zum Dogma der Proteste, das vor allem jenen nutzt die aktiv an der Verschlechterung der Studienbedingungen beteiligt sind. Die passive Mehrheit der Studierenden wird damit zum Fetisch auf den die gesamte „Protestbewegung“ grade zu panisch Rücksicht nimmt.

Protest Lounge... falls die Svheinbestzung mal zu anstrengend wird

Und so entsteht im Schatten der Pseudostreiks und Scheinbesetzungen eine bizarre Grauzone aus falsch verstandenem Aktivismus und der Unfähigkeit der Handelnden, überhaupt eine politische Aussage abseits von „Bildung für Alle und zwar umsonst!“ zu treffen. Eine Grauzone in die sich mit erschütternder Regelmäßigkeit auch Aktivisten der (radikalen) Linken verirren und an ihr abarbeiten. In vielen Städten, auch in Göttingen, werden die Aktionen von ihnen maßgeblich angestoßen und getragen, die evtl. Nacharbeiten, sollte es zum Beispiel doch zu Repressionen kommen, werden über ihre Strukturen betreut und es sind grade an Universitäten mit rechten und rechts konservativen Studierendenvertretungen ihre finanziellen Mittel die den Protest tragen. Dennoch schaffen sie es nicht, aus ihren Aktivitäten einen Nutzen zu ziehen oder zumindest den kritischen Horizont der Proteste zu erweitern. Schlimmer noch, in manchen Städten werden offen linke Gruppen mit dem Argument des breitest möglichen Konsens aus den Aktivitäten ausgeschlossen. Auch so mancher Comment sollte hier mal einige zum Nachdenken anregen. Dennoch scheint eben der Gedanke des „breitest mögliche Konsens“ nur wenigen von ihnen absurd genug um auch innerhalb der Proteste konsequent eigene Inhalte zu vertreten. Statt dessen macht sich ein gefährlicher Urinstinkt aller Linken breit: Die Hoffnung auf die revolutionären Massen. Die Logik ist genauso fehlerhaft wie vollständig unbegreiflich. Sie glauben doch scheinbar daran, dass jene passive Mehrheit der Studenten, denen eine Teilnahme an den Protesten nur möglich ist, wenn die eigenen Positionen dafür beinahe verleugnet werden müssen, durch eben jene Proteste ohne explizit links besetzte Inhalte derartig politisiert werden würden, dass sie in ferner Zukunft die Kämpfe der linken unterstützen würden. Gipfeln tut dieser Selbstbetrug in der Parole „vom Bildungsstreik zum Generalstreik“.

Solange von der Mehrheit der involvierten linken Aktivisten der geforderte Konsens blind akzeptiert, sogar jenen ihre Räume öffnet, die sie später als Chaoten bezeichnen, bleibt sie in ihrer eigenen Ohnmacht gefangen. Solange sie den Asta und die beteiligten Gruppen nicht durch eigene Aktionen als passiv und unfähig darzustellen, solange wird sie auch an der Uni nicht für einen Wechsel des politischen Klimas sorgen können. Denn wer das Einbringen eigener Themenfelder und Parolen in die Proteste auf einen Block bei Demonstrationen beschränkt, der tut seinem oft formulierten Anspruch, vor allem über die Praxis seine politischen Forderungen zu vermitteln, nicht im geringsten recht. Im Gegenteil, dort wo diese Praxis derartig von der Bezugnahme auf eine vollkommen abstrakte Mehrheit diktiert und eingeschränkt wird verkommt sie zur entpolitisierten Simulation von Protest.

Kontraste sehen und kotzen

Ein Beitrag aus der Sendung von gestern: „Blinder Hass – brutale Gewalt gegen Polizisten nimmt zu“

Was da zusammengewürfelt wurde. Als Anmoderation wird der Tote aus München benutzt, dann kommen randalierende Gewalttäter , das böse Kreuzberg mit seinen Zugezogenen darf auch nicht fehlen, ja und dann die Problemstadtteile wie Friedrichshain (das ich nicht lache, Friedrichshain, die einzigen die da doch wirklich noch Probleme machen sind doch besoffene Touristen und die scheiß Faschos, aber die werden nicht erwähnt), und immer wieder das Märchen von der sinkenden Hemmschwelle der Gewalt. Das stimmt einfach nicht, es sei nur an die Schüsse an der Startbahn West erinnert. Wenn dann doch mal was krasses geschieht, ist es doch alles nur erstunken und erlogen wie das angebliche Giftgas am ersten Mai, dieses auch hier nochmal zum Beweis dient. Aber eine grandiose Pointe bietet der Beitrag, der heulende Bulle, der die ganze Zeit begleitet wird, sagt am Ende „good bye, Deutschland“und natürlich die Forderung nach mehr Polizei.

Kontraste sehen und kotzen! Oder meckern: http://www.rbb-online.de/kontraste/kontakt/kontakt_kontraste.html

Freier Eintritt für Ladys

und ein Gläschen Sekt gratis – Der rote Freitag

Jetzt ist es doch nur ein Perverser

Es ist selten das polizeiliches Handeln bei mir einen Erkenntnisgewinn hervorruft. Seit dieser Pressemitteilung der Göttinger Polizei
ist mir aber etwas klar geworden. Die nackten Frauen ohne Haare die ich mehrfach in der Innenstadt entdeckt habe sind wohl ohne, den von mir angenommenen, politischen Hintergrund verklebt worden. Ganz im Gegenteil. Immerhin hab ich damit auch eine Wette gegen einen Bekannten gewonnen der sie irgendwie mit den Radical Homos verbinden wollte. Nun komme ich auch dazu mal was zu sagen das längst überfällig war: Die Sachen von denen haben eh eine Qualität die man in der sonstigen politischen Streetart von GÖ schmerzlich vermisst. An sich könnten die gleich alle Antisexist Streetart Contests der A.L.I. gleichzeitig gewinnen…