Archiv der Kategorie 'Tree Fibet!'

Olivenholzarbeiten aus Bethlehem

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peace
oder auch mit Frauenprojekten.
frau

Eine Aktion von Pax christi

Oh, und in Kassel gibt es nächste Woche nen dollen Vortrag mit der Überschrift: „Unter Taliban, Warlords und Drogenbaronen – Eine deutsche Familie kämpft für Afghanistan“
Findet im Rahmen der Friedensvorlesungen der AG Friedensforschung statt.
Hier geht zu einem Interview mit dem Vortragenden: http://www.muslim-markt.de/interview/2007/ruf.htm

Der gutmenschen Fuchsschwanz

In Deutschland führt scheinbar jedwede Begeisterung für jeglichen Nationalismus gleich zur Beflaggung von Fahrzeugen. Das hier kam mir heute Nachmittag unter. Hatte ja im stillen schon geahnt das es so etwas geben muss. Ist vermutlich sowieso wieder „made in china“…

Auto mit Tibetfahne

Alle für Tibet!

Tibet ist Hip. Zumindest aber die Trendflagge 2008. Der wirklich echte Tibetaktivist hat allerdings inzwischen keine mehr. Die sind nämlich alle made in china. Ärgerlich ärgerlich. Aber für den deutschen B und D Prominenten kein Grund nicht trotzdem etwas unglaublich wichtiges zum Thema zu sagen. Immerhin verheißt Tibet ja „media attention“ und damit Vorhang auf:

Den Auftakt macht Ralf Bauer. Ralf wer? Wer ihn nicht kennt dem wollen wir kurz die Stationen seiner Karriere aufzählen: Disney Club, Gegen den Wind und einige Bücher über Yoga. So. Natürlich hat der gute auch eine höhere Aufgabe: Tibet befreien!

Ralf Bauer für Tibet

Das führt dann nicht nur zu so dämlichen Fotos wie oben. Sondern auch zu Sätzen wie diesen:

„Es sind dort einfach wahnsinnig freundliche Menschen. Es ist eine Hochkultur, die noch lebt und noch nicht im Zoo gelandet ist, wo man Eintritt zahlen muss, um sich das anzuschauen. Sie sind so freundlich, weil sie aufgrund ihrer Philosophie, aufgrund des tibetischen Buddhismus einfach ganz extrem so erzogen und geprägt wurden.“ via womanweb

Mensch kann aber auch noch dümmere Sätze zum Thema loswerden. Wie etwa Oliver Broumis:

„weil ich nicht mit ansehen will wie ein ganzes Volk, eine einzigarte Kultur und eine wunderbare Religion gewaltsam zerstört werden.
Die impulse für den Westen die z.B. von Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama ausgehen, sind doch von unschätzbarem Wert und großer Inspiration für unser aller Leben. Helfen auch Sie mit, dass Tibet kein weisser fleck auf der Landkarte wird!“ via savetibet

Ich dachte immer es geht darum das Tibet kein roter Fleck bleibt? Da habe ich wohl was falsch verstanden. Wer dieser Oliver Broumis ist? Mir ist das ziemlich egal. Aber hat bei der ganz großen Sat 1 Serie „Bis in die Spitzen“ mitgewirkt. Na Immerhin. Nebenbei führt er eines der schönsten Argumente der Tibetbefreier an, die spirituelle Erleuchtung. Denn ist der knuddelige Onkel Dalai erst einmal wieder Gottkönig über sein Tibet geht es auch mit der spirituellen Erleuchtung des Westens voran. Allein im Kontext von Religion das Wort „wunderbar“ zu benutzen zeigt den intellektuellen Horizont eines Weberknechtes.

Aber so ist das mit grün-groß-Deutschland und seinen Protagonisten aus Erzkonservativen alt 68ern, lustigen Eso-Lehrerinnen und Alnatura gefütterten „Besser-Essern“ aus den höheren Einkommensschichten, wir sind Papst aber alle wollen den Dalai Lama. Der Buddhismus wird als eine Art „leichte Religion“ gesehen. Statt strenger Regeln und Verbote gibt es die schnelle Erleuchtung im Baukastensystem. Eine intensivere Auseinandersetzung mit den Inhalten des Buddhismus beispielsweise der Lehre vom Karma findet nur minimal statt. In dieser Hinsicht müssen Pola Roy und Judith Holofernes karmisch gesehen grade nicht neutral gewesen sein als dieses Bild entstand:

Wir sind Helden für Tibet

Vielleicht wollten sie uns auch nur Beweisen das es möglich ist mit einer Tibetflagge noch dümmer auszusehen als Ralf Bauer. Aber wofür verdient man sich ein schlechtes Karma? Vielleicht für wunderbar naive Sätze wie diesen über „seine Seiligkeit“ den Dalai Lama selbst:

„Das Auffälligste an ihm ist seine Heiterkeit, die geht ja bis hin zur Albernheit. Das irritiert viele Leute, andere finden es ganz angenehm. Zum Beispiel kann er nicht besonders gut mit ernsten Zeremonien umgehen und fängt dann an, das Mikrophon auseinander zu nehmen und ins Publikum zu winken und sich seine Schuhe auf- und zuzubinden. So bringt er das Publikum zum Lachen. Ich finde das ganz wunderbar, das kommt meinem albernen Naturell sehr entgegen.
Ich glaube aber, dass diese Albernheit vielen Leuten den Blick darauf verstellt, dass der Dalai Lama einer der ganz großen Gelehrten unserer Zeit ist.“ via süddeutsche.de

Die Vorstellung das so ein niedlicher alter mann der lahme Veranstaltungen hasst an sich Oberster Gesetzgeber und Richter zu gleich in seinem eigenen Staat wäre lässt mich etwas erschaudern. Dankenswerter weise hilft der Buddhismus bei schlechtem Karma sofort und zügig, wie uns Pola Roy erklärt:

„Irgendwann habe ich es dann mal ausprobiert zu meditieren und habe da eine sehr starke Kraft gespürt. Es hat von Anfang an sehr gut funktioniert.
Das hat mir gezeigt, dass einem ein Training des Geistes hilft, ein glücklicheres Leben zu führen.“ via süddeutsche.de

Vielleicht sollte sich Roy mal über Falun Gong informieren. Die meditieren auch und werden in China verfolgt. Vielleicht hilft das noch besser? Wer weiß? Nun würde ich ja gerne mal wissen was ich den nun konkret für Tibet tun soll als mich vor eine Flagge zu stellen und medienwirksam zum Richtigen Thema zur Richtigen Zeit das Richtige zu sagen? Vielleicht hat Judith noch eine Idee?

„Der Dalai Lama hat in aktuellen Interviews gesagt, dass er sehr wohl glaubt, dass die Bilder der vielen Menschen, die zu Tibet-Veranstaltungen gehen, auch China erreichen. . . Also: Hingehen. Fünf Freunde mitbringen. Postkarten an die Regierung schreiben. Geld spenden. Auf die Internetseite der Tibetinitiative gehen. Und den Film „10 Fragen an den Dalai Lama gucken.“ via süddeutsche.de

Das ist aber Nepp! erst soll ich mir die doofe Flagge kaufen dann Porto für Postkarten bezahlen und noch ins Kino rennen? Da geh ich lieber zur „Kissenschlacht für ein freies Tibet“ der Schauspielagentur „das Imperium“ in der hippen „Bar 25″

„Man dürfe nicht nur reden, sondern „müsse auch mal aktiv werden“, sagte „Das Imperium“-Chef Georg Georgi . Seinem Ruf waren Schauspieler wie Meret Becker (39) und Manuel Cortez (29) gefolgt, die sich eine wilde Kissenschlacht lieferten. Die Filmaufnahmen davon sollen ins Internet gestellt werden.“ via morgenpost.de

Es ist doch wunderschön mit anderen zur gemeinsam medienwirksam etwas Gutes zu tun. Glaubt ihr nicht auch? Das schlimmste Foto geht ganz nebenbei an Thomas D:

Thomas D oben ohne für Tibet

alle Bilder geborgt von savetibet.org