Archiv der Kategorie 'Schland'

Olivenholzarbeiten aus Bethlehem

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Zum Beispiel kann man seine Solidarität mit Friedensprojekten in Palästina ausdrücken,
peace
oder auch mit Frauenprojekten.
frau

Eine Aktion von Pax christi

Oh, und in Kassel gibt es nächste Woche nen dollen Vortrag mit der Überschrift: „Unter Taliban, Warlords und Drogenbaronen – Eine deutsche Familie kämpft für Afghanistan“
Findet im Rahmen der Friedensvorlesungen der AG Friedensforschung statt.
Hier geht zu einem Interview mit dem Vortragenden: http://www.muslim-markt.de/interview/2007/ruf.htm

Und sie schlagen weiter

Schwerer fremdenfeindlicher Angriff in Treysa
10.05.10

Treysa (pm) – In der Nacht zum Samstag ist in Treysa ein 20-Jähriger von zwei Männern angegriffen und verletzt worden. Die Täter sollen sich gegenüber ihrem Opfer ausländerfeindlich geäußert haben. Nähere Einzelheiten wolle man aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen, teilte die Polizei am Montagnachmittag mit.

Der 20-jährige Geschädigte war zunächst von einem der beiden Täter angesprochen worden, als er zu Fuß auf dem Gehweg an der Zwalmstraße zwischen Alter Postgasse und Mainzer Gasse entlang ging. Der 20-Jährige setzte sich zur Wehr, als der Täter sich vor ihn stellte, ihm den Weg versperrte und ihn dann angriff. Es habe einen Ringkampf auf dem Boden gegeben.

Schläge, Tritte und Angriff auf Gesicht

Dann habe der Angreifer eine zweite männliche Person hinzugerufen. Der Zweite habe dann ebenfalls geschlagen und getreten. Dann sei dem 20-Jährigen etwas ins Gesicht gesprüht worden, worauf er starke Schmerzen verspürte und zunächst nichts mehr sehen konnte. Er habe daraufhin um Hilfe gerufen. Nach einigen weiteren Schlägen und Tritten seien die beiden Täter dann über die Mainzer Brücke Richtung Wasenberger Straße
geflüchtet.

Quelle: Nordhessische.de

Und hier wird geredet:

„Siedlungsfragen und andere ‘Provokationen’: Die Agenda der „Israelkritiker“

Vortrag und Diskussion mit Alex Feuerherdt. Fr. 28.05. 2010, Philipp-Scheidemann-Haus, Kassel. Beginn 19.00 Uhr

(Veranstalter BgA-Kassel und VhS Region Kassel)

Feuerherdt sprach zum selbigen Thema schon in Berlin. Das gibt es auch Nachzulesen : die agenda der „israelkritiker“ vortrag in berlin, 28. januar 2010

antinationales Kassel

Ordnungsamt verbietet Israel-Fahnen am Infotisch
17.03.10

Kassel (ms) – Das Bündnis gegen Antisemitismus Kassel (BgA) will am kommenden Samstag in der Königsstraße über seine Sichtweise auf den Konflikt um Israel und Palästina informieren. An dem dafür angemeldeten Info-Tisch dürfen nach Maßgabe das Ordnungsamtes aber keine Fahnen gezeigt werden. „Fahnen sind nicht erlaubt!“, heißt es in dem Schriftsatz der Stadt, der Nordhessische.de vorliegt.

Quelle: Nordhessische.de

Und hier ne kleine Vorgeschichte: http://www.hagalil.com/archiv/2009/01/22/kassel/

mobi nach dresden und anderes

In Kassel gab es die Tage irgend ne Veranstaltungsreihe zur Bombardierung, oder so, keine Ahnung. Interessiert mich nicht so wirklich. Hab nur in der HNA gelesen, dass sich das ARM auch dran beteiligte. Vergessen sind wohl die Zeiten als man dort seinen Biergarten noch „bomber harris garden“ nannte (heißt mittlerweile „Lolitabar Garten“). Heute macht man sich für Stadtteilaufwertung stark und bildet die Lobby der meist gut situierten, weißen, bürgerlichen, stumpfsinnigen Partygänger. Verkauft dieses dann als Kultur und findet sich beim Besaufen und in seiner suche nach Soapbeziehungserlebnissen dann ganz toll. Nichts gegen die Tekknopartys da unten, aber wenn ich da acht, bzw sieben Euro eintritt zahle, dann ist das nicht unbedingt etwas für die „Allgemeinheit“, sondern schon eher was für ein bestimmtes Klientel – naja, so nen üblicher Freiraum halt.

Aber zurück zu den Bomben. Die HNA hat dann auch noch Zeitzeugen zu Wort kommen lassen. Und in der Kommentarspalte findet dann zusammen, was zusammen gehört. So steht da jetzt seid gut 16 Stunden ein Aufruf zur Nazidemo nach Dresden. Der Kommentar von dem Jörg stand auch schon vorher noch etwas deutlicher rechtslastiger auf der Seite, wurde dann gelöscht. Und auch der diesige stand gestern Nacht noch zur Überprüfung, wurde aber anscheinend für Ok empfunden und wieder frei gegeben.

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Da offenbaren „unsere Demokraten“ die sonst alles „Extremistische“ löschen und sich in ihren Redaktionskommentaren immer gegen die bösen Kräfte die „unser System“ bedrohen warnen, ihre Sicht der Dinge. Hier wird Werbung für Rechtsaußen offen stehen gelassen.

Eine Sache noch von SPON:
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Man achte auf die Bildunterschrift! Ich kann mich eigentlich nicht erinnern, dass in den letzten Jahren im Rahmen der direkten Ausschreitungen am 1. Mai in Berlin Autos gebrannt haben. Das letzte mal 2003, glaub ich. Zumindest gab es da diese Situation und das dazu gehörige Foto, welches normalerweise immer wieder in Artikeln zum Thema herausgekramt wird:
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Das Foto zum Freispruch wurde in Hamburg am 1. Mai 2008 aufgenommen:
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Polizei Kassel in der Tradition der Brüder Grimm

Heute wurde die Kriminalstatistik 2009 für Nordhessen ins Netz gestellt. Der Bereich „Politisch motivierte Kriminalität“ ist hierbei mal wieder ein Glanzstück deutscher Märchenstunde.

Wir fangen an mit ein paar Fakten:

258 Delikte, hinter denen die Ermittler der nordhessischen Polizei eine politische Motivation oder einen ausländerfeindlichen Hintergrund feststellen konnten, wurden im vergangenen Jahr nordhessenweit von der Polizei oder von Bürgern zur Anzeige gebracht. Im Jahr 2008 waren es noch 209 Delikte. Genau 86 Fälle wurden in 2009 geklärt (33,3%).

Wir erkennen hier einen deutlichen Anstieg der Straftaten. Doch leider liegt das nicht daran, dass die „linken“ hier in Kassel mal ihren Arsch hochkriegen und Aktion machen, nein der Anstieg ist leider durch eine andere Region und durchs andere politische Lager zu erklären. Lassen wir die Bullen dazu sprechen:

Auf die PMK Rechts entfielen 179, auf die PMK Links 34 und auf die PMK Ausländer 8 Straftaten. Von den gesamten Taten blieben 37 ohne Zuordnung der Richtung. Diese Steigerung der PMK-Zahlen gegenüber dem Vorjahr ist zum einen auf die zunehmende Sensibilisierung der Bevölkerung und zu einem anderen Teil auf die Aktivitäten und die intensive polizeiliche Verfolgung der strafrechtlich relevanten Handlungen der sogenannten Freien Kräfte Schwalm-Eder (FKSE) im Bereich der zum PP Nordhessen gehörenden Polizeidirektion Schwalm-Eder zurückzuführen.(…)Von den insgesamt 258 registrierten Straftaten entfielen auf Stadt und Landkreis Kassel 87 (Vorjahr 96) Taten, auf den Schwalm-Eder-Kreis 112 (Vorjahr 67), auf den Landkreis Waldeck-Frankenberg 40 (30) und den Werra-Meißner-Kreis 19 (16).

Was will man uns damit sagen. Erstmal eines der besten Erklärungen für die Steigerung der Kriminalität, ist neben angereisten Straftätern, immer die ansteigende Bereitschaft der Bevölkerung Straftaten zur Anzeige zu bringen. Diesen Satz findet man quasi jedes Jahr wieder in allen diesen Statistiken. Viel spannender ist doch die Offenbarung der Bullen tatsächlich mal hinter den Rechten hinterher zu ermitteln und deren Straftaten aufzudecken. Folglich hat es die Straftatendichte der Rechten schon immer gegeben, doch die zuständigen Behörden fühlen sich mal wirklich zuständig. Doch wie kam es zu diesem Sinneswandel, dazu wieder aus der Statistik:

Lediglich 10 der insgesamt 258 erfassten Delikte waren sogenannte Gewaltdelikte, überwiegend Körperverletzungen.

10 Gewaltdelikte zählen wir, dazu noch eine kleine, unvollständige Chronik des Jahres 2009:

- 06 Oktober 2009:Erneut haben Neonazis im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis Andersdenkende attackiert. Vor einer Kneipe in Schwalmstadt-Treysa, die als Treffpunkt von Linken bekannt ist, wurden der 38-jährige Wirt und zwei Gäste zusammengeschlagen. Der Vorfall ereignete sich bereits am 27. September, wurde von der Polizei aber erst jetzt auf Anfrage der Frankfurter Rundschau mitgeteilt. ( http://npd-blog.info/2009/10/06/erneut-neonazi-attacke-im-schwalm-eder-kreis/ )
- 03.11.09: Borken-Arnsbach (ots/rd) – In der Nacht zum Samstag sind in Borken-Arnsbach zwei 19-Jährige von Neonazis geschlagen und getreten worden. Der Angriff habe vor dem Dorfgemeinschaftshaus stattgefunden, wo eine Kirmesveranstaltung lief, teilte die Polizei am Montag mit.

Der Angriff erfolgte nach Angaben der beiden Opfer unvermittelt und aus einer Gruppe von fünf bis acht Personen heraus. Sie seien auch als sie bereits auf dem Boden lagen noch getreten worden, sagten die Angegriffenen der Polizei. ( http://www.nordhessische.de/news.php?id=1274&c=16&h=schwalm-eder )

- 08.11.09: Neonazis verletzen Polizeibeamten schwer – drei Festnahmen

Schwalmstadt-Dittershausen (ots) – In der Nacht zu Sonntag wurden in Schwalmstadt-Dittershausen drei Polizeibeamte während eines Einsatzes wegen Schlägereien zwischen Kirmesbesuchern verletzt, einer von ihnen schwer. Zwei Verdächtige wurden festgenommen. Sie gehören laut Polizei der Neonazi-Gruppe „Freie Kräfte Schwalm-Eder“ an. ( http://www.nordhessische.de/news.php?id=1289&c=16&h=schwalm-eder )

- 15.11.09: Erneuter Zwischenfall in Treysa

Am Freitagabend war es im Zuge der Überwachungsmaßnahmen in Treysa nach Polizeiangaben zu einer Widerstandshandlung durch einen 21-jährigen Aktivisten der FKSE gegen Polizeibeamte gekommen. Der 21-jährige wollte das durch einen Veranstalter ausgesprochene Hausverbot nicht akzeptieren. Als die anwesenden Polizeibeamten ihm einen Platzverweis erteilten, beleidigte er diese und griff sie tätlich an.
( http://www.nordhessische.de/news.php?id=1307&c=16&h=schwalm-eder )

Wir sehen im September musste man noch Nachfragen, ob es denn irgendwo gewalttätige Übergriffe durch Rechte gab (rechte Musikveranstaltungen wurden auch versucht unter den Teppich zu kehren
( http://www.nordhessische.de/news.php?id=1036&c=16&h=schwalm-eder ), aber wie das leider so mit den Problemkindern der Rechten ist, die suchen einfach nach Aufmerksamkeit, auch wenn sie dafür einen Bullen ins Krankenhaus prügeln müssen. Tja, da bleibt den Kollegen halt nichts anderes übrig, als diesen dann doch mal ein wenig Aufmerksamkeit zu schenken:

- 15.11.09: Homberg (ots/rd) – Nachdem Neonazi-Aktivisten der „Freien Kräfte Schwalm-Eder“ (FKSE) an zwei aufeinander folgenden Wochenenden auf öffentlichen Veranstaltungen durch aggressives Verhalten und Gewalttaten gegen Veranstaltungsbesucher auffällig geworden waren, wurden am Wochenende kreisweit alle bekannten öffentlichen Veranstaltungen durch die Polizei überwacht. Parallel dazu seien Aktivisten der FKSE aufgesucht worden, teilte die Polizei mit. Es seien so genannte Gefährderansprachen geführt sowie die jeweiligen Aktivitäten dieser Personen durch Polizeikräfte weitestgehend begleitet worden. ( http://www.nordhessische.de/news.php?id=1307&c=16&h=schwalm-eder )

- 22 November 2009: Bei Hausdurchsuchungen bei Mitgliedern der so genannten „Freien Kräfte Schwalm-Eder“ in Nordhessen hat die Polizei hat am Dienstag u.a. Baseballschläger, indizierte Musik-CDs, Propagandamaterial und diverse Fahnen beschlagnahmt. ( http://npd-blog.info/2009/11/22/razzien-neonazis-hessen32229/ )

Wir sehen im Schwalm-Eder-Kreis gibt es eine Problemgruppe. Dieser wird dann innerhalb der Kriminalstatistik noch mal ein Abschnitt über die Entwicklung und die polizeiliche Strategie gewidmet. So erfahren wir vorerst:

Die Steigerung der Fallzahlen bei der politisch motivierten Kriminalität im Berichtsjahr im Schwalm-Eder-Kreis ist nahezu ausschließlich auf die Aktivitäten der FKSE zurückzuführen. Zu den FKSE werden derzeit etwa 30 Rechtsextremisten gerechnet. Seit Mai 2008 begingen Angehörige der FKSE, neben häufigen Klebe- und Sprühaktionen, auch Straftaten von besonderer Bedeutung, die in Qualität und Verwerflichkeit stetig zunahmen. Zu nennen sind insbesondere der Überfall auf Gäste eines Jugendclubs in Todenhausen, der vereitelter Angriff auf eine Demonstration in Schwalmstadt sowie der Angriff auf ein 13-jähriges, schlafendes Mädchen in einem Zeltlager am Neuenhainer See bereits im Jahr 2008. In Folge von Täterfestnahmen und Wohnungsdurchsuchungen im Juli 2008 aus Anlass der genannten Straftaten, ließen die Aktivitäten der FKSE zunächst stark nach.

Also, wir hatten eine Problemgruppe, die es bis zum versuchten Mord gebracht hat, doch die Polizei brachte dank Hausdurchsuchungen und Festnahmen erst mal wieder Ordnung und Sicherheit in die Region. Doch was kommt dann?

Ende des Jahres 2008 mehrten sich Übergriffe von Aktivisten der Antifa auf Rechtsextremisten sowie deren Umfeld. Im Verlauf des Jahres 2009 wurde daraufhin ein erneuter Anstieg von Straftaten registriert, die durch Rechtsextremisten begangen wurden.

Tja, da musste die böse Antifa wieder provozieren und unsere verhaltensauffälligen Jugendlichen schlagen wieder zu.
Wie kommt man nun zu einem happy end für unser Märchen? Wir lesen weiter:

Die dabei schwerwiegendsten Delikte, bei denen auch Polizeibeamte, in einem Falle schwer, verletzt wurden. waren Körperverletzungen zum Nachteil von Besuchern einer Gaststätte in Treysa, von Kirmesbesuchern in Borken-Arnsbach und Schwalmstadt-Dittershausen. Um diesem Kriminalitätsphänomen effektiv und nachhaltig zu begegnen, wurde bereits im November 2008 eine Besondere Aufbauorganisation (BAO) mit der Arbeitsbezeichnung „BAO Mitte“ bei der Polizeidirektion Schwalm-Eder eingerichtet. Wobei der Name zugleich sozusagen Ausdruck des Programms ist und das Ziel der polizeilichen Intervention zum Ausdruck bringt, diese Gruppierung möglichst wieder in die Mitte der Gesellschaft zurück zu holen.

Also, unsere Problemkinder kriegen die von ihnen geforderte Aufmerksamkeit in Form „BOA Mitte“. Diese macht sich ihren Namen zum Programm, will diese also Aufbauen und dann in „unsere Mitte der Gesellschaft zurückholen.“ Gesinnung müssen sie dafür nicht ablegen, sondern einfach nur die Verhaltensauffälligkeiten in den Griff bekommen. Man kann den Freien Kräften Schwalm Eder da nur raten, geht zur Polizei, da können sie dann weiter ab und an Linke verprügeln, Obdachlose und „Ausländer“ schikanieren und kriegen dafür Lohn, Anerkennung und ne halbwegs dicke Rente.

Back to the Future

Als Lurchi noch klein und (relativ) unschuldig war, gab es im Dorf ganz eigene Verhältnisse. Während sich die radikale Linke nach 1989 allerorten auf den Rückzug machte, bewegte sie sich in Göttingen recht agil nach vorne. Und so durfte ich mich noch an vermummten und mit Seilen gesicherten schwarzen Blöcken erfreuen. Neben dem Lauti trug Jürgen Trittin Knüppel und Bolzenschneider durch unser Dorf und Bernd Langer verkündete mir im übelsten Lauti-Sound das hinter dem Faschismus immer das Kapital steht. So schön diese Zeiten auch waren, so plötzlich waren sie vorbei. Ich lernte (schmerzhaft) was ein Wanderkessel ist, Jürgen Trittin legte die Waffen ab und zog in den Bundestag, um dort zu ganz anderen Waffen zu greifen, und Bernd Langer schaffte es als erster Autonomer jemals einen eigenen Wikipedia Artikel zu bekommen.

Mir ist nicht klar, ob es am Aufkommnden 90er Revival liegt, aber allen Analysen vom Rechtsruck der Gesellschaft und der Bedeutungslosigkeit der radikalen Linken zum Trotz will der Göttinger Stadrat nun zurück in eben jenes Jahrzehnt. Per Ratsbeschluss wird Polizeichef Hans „der Hubschrauber belästigt nur die Anwohner“ Wargel nun gebeten doch bitte auf die Demo am kommenden Samstag ausnahmsweise mal deeskalierend zu reagieren. Mehr noch! Selbst die SPD ist der Meinung, dass dauerhaft ein neues Deeskalationskonzept her muss statt unüberschaubaren Massen von Hundertschaften. Nun gibt es einen breiten Diskurs darüber, ob Geschichte sich wiederholen muss, also in Zyklen verläuft, oder eher etwas lineares ist, in dem manche Phänomene mehrfach auftauchen. Wir werden abwarten müssen ob es zyklisch oder linear verläuft. Das so etwas überhaupt noch einmal läuft hätte ich nicht geglaubt.

Andere Gruppen haben ja in der jüngsten Vergangenheit eher würgend und schlagend versucht für andere Verhältnisse in Göttingen zu sorgen. Allerdings sollte der Horizont hier wohl eher Richtung Magdeburg verschoben werden. Auch da hätte ich nie geglaubt, dass sowas läuft. Umso glücklicher bin ich, dass mir trotz meiner deutlichen Kritik an der großen A.L.I. Eigenwerbung in der Roten Strasse noch keine körperlichen Konsequenzen angedroht oder umgesetzt wurden. Dafür haben die ästhethisch versierteren Bewohner wohl mittlerweile zumindest Hammer und Sichel vom Tor entfernt. Denen heult zumindest Weltgeist wortreich hinterher. Weniger einfallsreich gestaltet sich die Verteidigung eben jener Werbewand seitens Fire&Flames. Da heißt es dann:

Finally, for el3ktrolurch: it takes a very special interpretation to read a mural which reproduces a historic design from back then, together with the „spruch“ and date of the incident as having no „aussage abseits von werbung für seine Gruppe oder veranstaltung.“


Ja da hat er recht. Es bedarf einer besonderen Leseart um einen den Mist nicht als Werbung für eine Veranstaltung zu verkaufen. Es bedarf aber nicht nur einer besonderen Leseart, sonder auch eines besonderen Verständnisses des Wortes „historisch“. Das Motiv das dort wiedergegen wird, ist das Motiv des A.L.I. Plakates zur Demo am Samstag. Nicht mehr und nicht weniger. Motiv und Farbgebung sind Deckungsgleich.

Unglaublich historisches Plakat

Das Plakat greift zwar das Motiv des Fronttranspis von 1989 auf, da enden die Parallelen dann auch. Historisch ist da nix. Wenn ich mir die Beschriftung anschaue, kommt mir wirklich das Kotzen. 20 Jahre war es Konsens ihren Nachnamen nicht zu nennen. Genauso wie nach der Sache mit Spiegel TV klar war, dass ihr Bild nicht mehr gezeigt werden soll. Das wiederum konnten scheinbar die alten Recken der AA[M] nicht vertragen und mussten es gleich in ihrem Flyer noch einmal zeigen. Aber das ist eine andere Geschichte. Den Vorwurf, dass hier eine „Märtyrerin“ für eine Gruppe vereinnahmt werden soll, muss sich die A.L.I. gefallen lassen. Es wäre auch ein deutlich neutraleres Bild vorstellbar gewesen. Ein Bild bei dem im Sinne des Murals die Erinnerung im Zentrum gestanden hätte. Das ist auf Fire&Flames klar. Nicht umsonst zeigen sie also schnell noch die gelungeneren Bilder am gleichen Platz. Der Verweis, dass es sich dabei um den gleichen „Kreis“ handeln würde, macht die Sache auch nicht besser. Sondern eher schlimmer.

Verwiesen werde ich auch auf das Bild an der Flora in Hamburg. Hier erreicht das ganze die Grenze zur Lächerlichkeit. Zwar ist hier wirklich mal etwas historisch, aber genau dort liegt auch des Pudels Kern: Wer ein altes Motiv einfach erneuert, welches zudem alle Qualitäten besitzt die von einem Mural erwartet werden, wird sich wohl kaum irgendeiner Kritik aussetzen müssen. Aber ihr hättet ja auch ein 2×3m Gruppenlogo druntersetzen können. Mal sehen wie sich die Flora da gefreut hätte.