Archiv der Kategorie 'Lärm'

bestes Plakat 2010

mhh

hat mich grad echt ins grübeln gebracht, ob ich nicht doch mal vor die tür gehen sollte um ein wenig vom frühling zu erschnuppern

Schwärme und Liebe

Hab bisher den Tag mit La Roux gefeiert und dachte schon ich hätte mich endlich mal wieder verliebt, doch dann kam mir das hier unter

Und dann erinnert man sich zurück für und einem fällt ein, für wen man sein Herz öffnete und das da eigentlich auch kein Platz für jemand anderes mehr ist.. Was ne Show, was ne Band – da bin ich erst mal sprachlos.

Damit hat die Romanze damals angefangen:

So der Magen krampft nicht mehr, das Zittern lässt nach, ich glaub ich geh langsam mal schlafen.

60 Jahre Grundgeschwätz

Das muss doch gefeiert werden. Ich mach dies mit Helden meiner Jugend.
konzi
Yeah, ohne Ende schon auf der Zugfahrt besaufen, dann pöbelnd zur Veranstaltung durchfragen. Dann weiter saufen, sich die Vorbands anhören, oder auch nicht, hoffen dass da nicht zu viele Assis auflaufen, denke aber nicht in dem Laden, so dass man sich schon einmal warm pogen kann. Ansonsten weiter saufen.
Und dann die älteste Punkband in Originalbesetzung sehen und hören, die Lieder mitgrölen und dabei wie zwölf fühlen.

Dann randalierend über die „Kö“ flanieren und mal wieder in einer Ausnüchterungszelle aufwachen.

Ach, Vorfreude ist doch die schönste Freude (oder Froide, wie es die Fans von Evil Conduct schreiben würden).

I like square butts, I cannot lie!

Wer so was produziert…

…der darf auch töten!

So sieht es dann im Fernsehen aus:

Wenn das die neuen Werbemaßnahmen sind, dann kann Burger King rosigen Zeiten entgegen blicken.

Mal schauen wie Mäkkes dagegen halten will, mit der Klum ist da nichts mehr zu holen.

Alle Jahre wieder

Der Gedanke an Frieden erfreut immer wieder den kleinen Hippie in uns und somit würde man sich ja auch der Friedensbewegung zuordnen, wenn diese denn ihrem Namen gerecht werden würde. Das, was sich aber derzeit Friedensbewegung schimpft, ist nun mal aber leider bar jeder Vernunft.

Das Scheitern des Nationenkonzepts, welches sich im Krieg entblößt, wird nicht hinterfragt, sondern man fördert dessen Fortbestand, in dem man immer wieder den Freiheitswillen der Völker herausstellt. Man benutzt Begriffe wie „wir“ und „uns“ in Bezug auf das eigene Volk und schreit seine Wut gegen die gehassten dieser Welt hinaus. Dies sind Vorrangig die USA und Israel. Es fröstelt die Ritter des Friedens bei dem Gedanken daran, dass sich Nationen bilden, deren Volk nicht mit Grund und Boden seit Jahrhunderten verwachsen ist. Diese Staaten schaffen es zudem die Widersprüche ihrer Gesellschaft anzuerkennen und auf dieser Grundlage für ein friedliches Miteinander zu sorgen. Der Volksbegriff wurde neu entworfen und das scheint doch einige zu stören.

So wie die Herren denen ich am Ostermontag gelauscht habe.
Zufällig traf ich auf eine Ansammlung, die den demographischen Wandel der Gesellschaft wunderbar wieder spiegelte. Die meisten waren sechzig und aufwärts. Selbigen Alters schienen auch ihre Fahnen, Sonnenbrillen und Palitücher. Die Gedanken, die vorgetragen wurden, kamen mir noch älter vor. Doch man scheint sich daran nicht satt hören zu können, an den immer gleichen Phrasen und Schwafeleien. Man stand auch extra früh auf, um genug Zeit für die Abschlusskundgebung zu haben. So standen sie dann da und lauschten dem Altbekannten.

Schon bevor ich zur Veranstaltung zustieß, erklangen die Schlagwörter „Gaza“ und „Imperialismus“ durch die Innenstadt. Ein Redner, der wohl Rolf hieß (die waren da alle per Du), warb für den Kampf der Palästinenser, denn diesen wurde alles genommen und nun hätten sie nur noch ihre Wut und geschmuggelte Waffen. Da diese Freiheitsgewähre nun aber immer noch schwächer sind als die Panzer der IDF, forderte er zudem einen Waffenboykott gegen Israel. So dürften die imperialistischen Länder nicht mehr am Leid der Palästinenser mitverdienen und diese hätten eine fairere Chance die Juden zurück ins Meer zu schicken. Ach nein, ich vergaß, seine Schlussfolgerung zum Thema Israel war, dass wenn dieses den Krieg beenden würde (hier offenbart sich die vollkommen verschobene Sicht von Rolf), hätte Israel eine festere Existenz als bisher. Aber halt, dies ist nicht so gemeint, wenn Israel den Krieg gewinnen sollte, der Frieden herrscht, sondern Israel soll die Waffen niederlegen und Gerechtigkeit gegenüber den Palästinensern schaffen.
Diese Analyse des Konflikts, in der Israel als alleiniger Aggressor gebrandmarkt wird, spiegelt die tiefe Abneigung gegenüber dieser Nation wieder.
Gegen die USA und ihre Kulturindustrie wurde dann auch noch gehetzt, nach dem Motto das sie uns ein „falsches Konsumverhalten“ aufzwänge.

Dies alles hörte ich aus einer dann doch recht kuscheligen Ecke. Denn zu meinem erfreuen, erblickte ich bei Ankunft auch einige hellblauweißgestreifte und rotweißgestreifte Fahnen, bzw. Wimpel. In dieser Ecke machte man Gute Miene zum bösen Spiel. Man konnte aber auch nur noch lachen. Auskotzen der Wut hätte nur für übermäßigen Ärger gesorgt. Es waren ja auch einige VoPos am Ort, die bestimmt gern gegen die Kritiker der „Theoretiker des Volksschutz“ vorgegangen wären.

Als der Rolf dann fertig war, schlug meine Stimmung noch mehr Wellen, denn der Dieter wurde angekündigt. Und er sang uns ein, zwei Lieder. Leider hat er es nicht bei Brechts Texten belassen, sondern musste eines seiner grausigen Statement abgeben:
Man dürfe den Rolf doch nicht als Antisemit beschimpfen, denn damit würde man inflationär mit dem Begriff umgehen. Antisemitismus sei Massenmord und das ständige schwingen dieser berühmten Keule würde die Shoa herabsetzen.
Also, der Dieter offenbart ja gern mal mit merkwürdigen Thesen sein Weltbild, aber dies setzt für mich noch einmal einen Höhepunkt und rundet so einiges an Gedankengängen ab.
Nach seiner Äußerung sah ich dann den klatschenden Mob, alle waren sie sich einig, Antisemitismus gibt es nicht und wenn dann nur, wenn böse Mächte das Volk in ihre Hände kriegen und mit den Juden von ihrer Teufelei ablenken möchten. Da klatschten sie, der Mob, froh darüber von Schuld frei gesprochen zu sein, den alltäglichen Antisemitismus mit zutragen. Denn es gibt ihn ja nicht, denn Antisemitismus ist ja Massenmord und alles darunter ist ja nur die Kritik an Israel, oder das Aufzeigen des jüdischen Klüngels in den USA, der sich dort von den Medien bis in die Politik einnistet. Oder man nennt es Nächstenliebe, die Juden werden mit in die Gebete eingebunden, dass sie auch endlich den waren Propheten anerkennen.

Der Hass gegen Israel wird zur Wut verklärt und die Opfer werden zu Tätern. Dies wurde einem im Umkehrschluss nahe gelegt, gemeinsam mit einer Buchempfehlung zum Thema „Kindheit in der Nazizeit“ (mir ist leider der Titel entfallen). Der Autor und seine Generation wurden als Menschen angepriesen, die aus dem zweiten Weltkrieg die richtigen Schlüsse zogen. Wer dies nicht tat, da kam man von selbst drauf, bei den ganzen Vorreden.

Vierzig Jahre ist 68 in etwa her und viele der alten Kämpfer sind nicht mehr dabei, mit auf der Strasse, im Kampf für die gerechte Sache. Man kennt viele der Bilderbuchkarrieren in Politik und Journalistik. Aber genauso viele werden auch in Wirtschaft und Amt sitzen. Oder einfach zu Hause bleiben, weil sie keine Lust mehr auf den Straßenzirkus haben. Doch da gibt es noch die letzten Überlebenden. Tief eingegraben, in ihren Schützengräben und Bunkern der Ideologien und Alterstarrsinnigkeit, wehren sie alles von außen ab, um ja nicht ihr politisch bestimmtes Leben in Frage stellen zu müssen. Gemeinsam halten sie an ihrem Begriff der Solidarität fest und versuchen das „Wir-Gefühl“ heraufzubeschwören und werden dabei von Jahr zu Jahr doch immer weniger.
Und wie sie da nun stehen und ihre alten Feste feiern, können sie einem schon fast leid tun, wenn man in ihre von Trotzigkeit und der inneren Sinnkrise geprägten Gesichter schaut, während sie die Jugend; zumindest die coole, beobachten, die über sie lacht und die Fahnen des Feindes schwingt.

Eins hab ich da für mich gelernt, man sollte nicht meckern über die Saisonhardcorelinken, die nach ihrer wilden Phase, es sich doch im Schoße von Mama Staat bequem machen. Diese sind wenigstens still, oder labern den abgedroschenen Scheiß der Mitte, gegen welchen man schon abgestumpft ist, und seine Ohren auf durchzug schalten kann. Aber sie verbreiten nicht den Müll, der Jahr für Jahr bei der Friedensbewegung im Osterkorb landet.

Andere Berichte:
Nordhessische.de(Bericht über Streit um den Aufruf im Vorfeld)
HNA
Nordhessische.de (nachbericht)

Wer tanzt, fliegt raus!?

Man kann über das JuzI sagen was man man will. Aber viel Arbeit werden sie der redical [m] mit der Deko für ihre nächste Party nicht machen. So werden sie uns:

mitten in Göttingen (also sozusagen im Herzen der Bestie) eine Party zu präsentieren, auf der man das Gefühl hat, man wäre in einem Jugendzentrum das seit 27 Jahren in Hand von Autonomen ist. Mit Liebe zum Detail und in tagelanger Vorbereitung werden wir schummrige, dunkle Räume erschaffen, in denen ihr zum assoziierten Flair veganer Volxküchen, verschwitzter Punks und vergilbten Politplakaten der letzten Jahrzehnte, feiern könnt

Das Motto verspricht dann aber eher ein eingeschränktes Vergnügen und lustige trollerei bei den monsters
. Denn:

Wer tanzt, fliegt raus!