Archiv für April 2009

Ein Grund für den 1.Mai

Die tollen Beiträge der Presse im Vorfeld. Als da wären:

- Körting flüchtet vor Autonomen
- Sarrazin – ein echter Autonomer
- Warum werden Krawallmacher nicht weggesperrt?
- Diese Chaoten erklären der Polizei den Krieg

Ich glaub ich habs von hier und hier.

Wozu noch reden?

Neu in der Stadt? So allein? Beruflich schon länger nicht mehr voran gekommen? Die Soapgeschichten deiner Freunde kennst du nur aus dem Fernsehen?

Dann knüpf Dir einfach ein paar Kontakte, aber immer schön sauber bleiben!
aids

Ich halte es da dann doch schon eher mit dem Papst und der Bahamas.

Früher da konnte man noch Fan von denen sein:

Und nun bieten sie einem den Online Doc, der unter anderem das persönliche Risiko einer Infektion feststellen soll und dabei eigentlich nur alte Vorurteile schürt.

Geschichte wird gemacht!!!

Da bekommt man ja langsam Angst, dass man aufwacht und denkt man wär immer noch in seinem Traum:

Die Fabriken in die Arbeiterhände

(New York – Produktionsmittel in Arbeiterhand – nichts anderes sieht der Plan vor, den die US-Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) mit Chrysler geschlossen hat. Danach könnte die Arbeitnehmervertretung nach der Umstrukturierung des Automobilkonzerns 55 Prozent der Anteile halten. Zudem sei…)

Ich weis nicht, bei den Worten Gewerkschaft und USA muss ich immer an Sopranos und „Last Exit to Brooklyn“ denken. Kräftige Hände haben die Protagonisten ja, aber ob sie die ehrliche Arbeit verrichten über die der DGB immer labert?

Gestern noch hat die Gewerkschaft Lohnkürzungen zugestimmt – aber egal, jetzt ist sie ja voraussichtlich am Profit beteiligt.

Hier gibt es noch nen Gedicht in dem die USA abgefeiert werden.

Und dann merkt man doch beim ganzen Patriotismus und Aufgestehe für die US-Amerikanischen Arbeiter, dass man zumindest noch im Halbschlaf ist.

I like square butts, I cannot lie!

Wer so was produziert…

…der darf auch töten!

So sieht es dann im Fernsehen aus:

Wenn das die neuen Werbemaßnahmen sind, dann kann Burger King rosigen Zeiten entgegen blicken.

Mal schauen wie Mäkkes dagegen halten will, mit der Klum ist da nichts mehr zu holen.

Alle Jahre wieder

Der Gedanke an Frieden erfreut immer wieder den kleinen Hippie in uns und somit würde man sich ja auch der Friedensbewegung zuordnen, wenn diese denn ihrem Namen gerecht werden würde. Das, was sich aber derzeit Friedensbewegung schimpft, ist nun mal aber leider bar jeder Vernunft.

Das Scheitern des Nationenkonzepts, welches sich im Krieg entblößt, wird nicht hinterfragt, sondern man fördert dessen Fortbestand, in dem man immer wieder den Freiheitswillen der Völker herausstellt. Man benutzt Begriffe wie „wir“ und „uns“ in Bezug auf das eigene Volk und schreit seine Wut gegen die gehassten dieser Welt hinaus. Dies sind Vorrangig die USA und Israel. Es fröstelt die Ritter des Friedens bei dem Gedanken daran, dass sich Nationen bilden, deren Volk nicht mit Grund und Boden seit Jahrhunderten verwachsen ist. Diese Staaten schaffen es zudem die Widersprüche ihrer Gesellschaft anzuerkennen und auf dieser Grundlage für ein friedliches Miteinander zu sorgen. Der Volksbegriff wurde neu entworfen und das scheint doch einige zu stören.

So wie die Herren denen ich am Ostermontag gelauscht habe.
Zufällig traf ich auf eine Ansammlung, die den demographischen Wandel der Gesellschaft wunderbar wieder spiegelte. Die meisten waren sechzig und aufwärts. Selbigen Alters schienen auch ihre Fahnen, Sonnenbrillen und Palitücher. Die Gedanken, die vorgetragen wurden, kamen mir noch älter vor. Doch man scheint sich daran nicht satt hören zu können, an den immer gleichen Phrasen und Schwafeleien. Man stand auch extra früh auf, um genug Zeit für die Abschlusskundgebung zu haben. So standen sie dann da und lauschten dem Altbekannten.

Schon bevor ich zur Veranstaltung zustieß, erklangen die Schlagwörter „Gaza“ und „Imperialismus“ durch die Innenstadt. Ein Redner, der wohl Rolf hieß (die waren da alle per Du), warb für den Kampf der Palästinenser, denn diesen wurde alles genommen und nun hätten sie nur noch ihre Wut und geschmuggelte Waffen. Da diese Freiheitsgewähre nun aber immer noch schwächer sind als die Panzer der IDF, forderte er zudem einen Waffenboykott gegen Israel. So dürften die imperialistischen Länder nicht mehr am Leid der Palästinenser mitverdienen und diese hätten eine fairere Chance die Juden zurück ins Meer zu schicken. Ach nein, ich vergaß, seine Schlussfolgerung zum Thema Israel war, dass wenn dieses den Krieg beenden würde (hier offenbart sich die vollkommen verschobene Sicht von Rolf), hätte Israel eine festere Existenz als bisher. Aber halt, dies ist nicht so gemeint, wenn Israel den Krieg gewinnen sollte, der Frieden herrscht, sondern Israel soll die Waffen niederlegen und Gerechtigkeit gegenüber den Palästinensern schaffen.
Diese Analyse des Konflikts, in der Israel als alleiniger Aggressor gebrandmarkt wird, spiegelt die tiefe Abneigung gegenüber dieser Nation wieder.
Gegen die USA und ihre Kulturindustrie wurde dann auch noch gehetzt, nach dem Motto das sie uns ein „falsches Konsumverhalten“ aufzwänge.

Dies alles hörte ich aus einer dann doch recht kuscheligen Ecke. Denn zu meinem erfreuen, erblickte ich bei Ankunft auch einige hellblauweißgestreifte und rotweißgestreifte Fahnen, bzw. Wimpel. In dieser Ecke machte man Gute Miene zum bösen Spiel. Man konnte aber auch nur noch lachen. Auskotzen der Wut hätte nur für übermäßigen Ärger gesorgt. Es waren ja auch einige VoPos am Ort, die bestimmt gern gegen die Kritiker der „Theoretiker des Volksschutz“ vorgegangen wären.

Als der Rolf dann fertig war, schlug meine Stimmung noch mehr Wellen, denn der Dieter wurde angekündigt. Und er sang uns ein, zwei Lieder. Leider hat er es nicht bei Brechts Texten belassen, sondern musste eines seiner grausigen Statement abgeben:
Man dürfe den Rolf doch nicht als Antisemit beschimpfen, denn damit würde man inflationär mit dem Begriff umgehen. Antisemitismus sei Massenmord und das ständige schwingen dieser berühmten Keule würde die Shoa herabsetzen.
Also, der Dieter offenbart ja gern mal mit merkwürdigen Thesen sein Weltbild, aber dies setzt für mich noch einmal einen Höhepunkt und rundet so einiges an Gedankengängen ab.
Nach seiner Äußerung sah ich dann den klatschenden Mob, alle waren sie sich einig, Antisemitismus gibt es nicht und wenn dann nur, wenn böse Mächte das Volk in ihre Hände kriegen und mit den Juden von ihrer Teufelei ablenken möchten. Da klatschten sie, der Mob, froh darüber von Schuld frei gesprochen zu sein, den alltäglichen Antisemitismus mit zutragen. Denn es gibt ihn ja nicht, denn Antisemitismus ist ja Massenmord und alles darunter ist ja nur die Kritik an Israel, oder das Aufzeigen des jüdischen Klüngels in den USA, der sich dort von den Medien bis in die Politik einnistet. Oder man nennt es Nächstenliebe, die Juden werden mit in die Gebete eingebunden, dass sie auch endlich den waren Propheten anerkennen.

Der Hass gegen Israel wird zur Wut verklärt und die Opfer werden zu Tätern. Dies wurde einem im Umkehrschluss nahe gelegt, gemeinsam mit einer Buchempfehlung zum Thema „Kindheit in der Nazizeit“ (mir ist leider der Titel entfallen). Der Autor und seine Generation wurden als Menschen angepriesen, die aus dem zweiten Weltkrieg die richtigen Schlüsse zogen. Wer dies nicht tat, da kam man von selbst drauf, bei den ganzen Vorreden.

Vierzig Jahre ist 68 in etwa her und viele der alten Kämpfer sind nicht mehr dabei, mit auf der Strasse, im Kampf für die gerechte Sache. Man kennt viele der Bilderbuchkarrieren in Politik und Journalistik. Aber genauso viele werden auch in Wirtschaft und Amt sitzen. Oder einfach zu Hause bleiben, weil sie keine Lust mehr auf den Straßenzirkus haben. Doch da gibt es noch die letzten Überlebenden. Tief eingegraben, in ihren Schützengräben und Bunkern der Ideologien und Alterstarrsinnigkeit, wehren sie alles von außen ab, um ja nicht ihr politisch bestimmtes Leben in Frage stellen zu müssen. Gemeinsam halten sie an ihrem Begriff der Solidarität fest und versuchen das „Wir-Gefühl“ heraufzubeschwören und werden dabei von Jahr zu Jahr doch immer weniger.
Und wie sie da nun stehen und ihre alten Feste feiern, können sie einem schon fast leid tun, wenn man in ihre von Trotzigkeit und der inneren Sinnkrise geprägten Gesichter schaut, während sie die Jugend; zumindest die coole, beobachten, die über sie lacht und die Fahnen des Feindes schwingt.

Eins hab ich da für mich gelernt, man sollte nicht meckern über die Saisonhardcorelinken, die nach ihrer wilden Phase, es sich doch im Schoße von Mama Staat bequem machen. Diese sind wenigstens still, oder labern den abgedroschenen Scheiß der Mitte, gegen welchen man schon abgestumpft ist, und seine Ohren auf durchzug schalten kann. Aber sie verbreiten nicht den Müll, der Jahr für Jahr bei der Friedensbewegung im Osterkorb landet.

Andere Berichte:
Nordhessische.de(Bericht über Streit um den Aufruf im Vorfeld)
HNA
Nordhessische.de (nachbericht)

Von Nazis und Schweinen

Das Nazis sich gerne als Kinderschützer und Tierfreunde geben ist ein alter Hut. Wenn bei Versuchen des amerikanischen Militärs 200 Schweine gesprengt werden ist das sicher diskussionswürdig. Wenn diese Diskussion auf Altermedia stattfindet wird natürlich auch gleich erörtert ob „Neger“ das auch dürften. Oder ob nicht die Aussicht den 30% der Amerikaner mit deutschen Vorfahren das Leben zu retten ein paar Schweineleben kosten darf. Nur wenige Internetseiten können Diskussionen wie diese hervorbringen. Aber nur bei Altermedia beteiligt sich selbst „Die Schriftleitung“ mit wunderbaren Einsichten.

„X // Apr 10, 2009 at 9:25 (…) Selbst wenn die Neger das machen würden, wärs okay. Ich kann Neger nicht leiden, aber Neger sind dennoch Menschen. Solange sie in Afrika bleiben, stehen sie natürlich im Wert über jedem Tier. Immerhin sind wir Europäer, weil beides Menschen, viel viel näher mit Negern verwandt als mit Schweinen oder Pferden oder Würmern.

Und hier gings nicht mal um Neger, sondern um Amis, die zu 30% von Deutschen abstammen.* Nur weil ich die verjudete Politik der US-amerikanischen ELITE nicht leiden kann, muss dafür der kleine “Joe Sixpack” aus der “blue collar” Arbeiterklasse doch nicht dafür leiden, der eben (zu 30%) die selben Vorfahren hat wie wir Deutsche (Deutsche Auswanderer in die USA).“

„Wir gehen mal davon aus, daß der Autor – vielleicht – nur die anderen 70 Prozent meint,obwohl wir selber der Meinung sind, daß er sich in diesem Zusammenhang durchaus nicht so haben solle, haben die meisten heutigen Deutsch-Amerikaner mit der Heimat ihrer Väter doch heute nicht mehr allzu viel zu tun, also, was soll’s. -
Die Schriftleitung“